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LK II - Leichter Kampfwagen II / Stridsvagn m/21-29

Dieses Thema im Forum "Fahrzeuge & Technik" wurde erstellt von joehau, Sep. 19, 2018.

  1. joehau

    joehau Moderator / Sponsor AbzeichenMod

    Leichter Kampfwagen II / Stridsvagn m/21-29

    Produktionsbeginn: 1918
    fertiggestellte Stückzahl: ca. 24
    Besatzung: 3
    Masse: 8,7 t
    Länge: 5,70 m
    Breite: 2,05 m
    Höhe: 2,52 m

    Panzerung: 4–14 mm Panzerstahl
    Bewaffnung Kanonenversion: 1 x Kanone 37 mm oder 57 mm
    Bewaffnung MG Version: 2 × 6,5 mm Maschinengewehr M14

    Motor: 40 kW (55 PS) 4-Zylinder Ottomotor, Benz
    Höchstgeschwindigkeit: 16 km/h (Straße)

    Vom deutschen Ingenieur Joseph Vollmer entwickelter leichter Panzer, der Beweglichkeit
    über Panzerschutz stellte. Ab April 1919 sollten monatlich 200 LK II gefertigt werden.
    Es war eine Version mit Kanone und eine mit Maschinengewehren geplant. Bis Kriegsende
    waren nur wenige fertiggestellt, die nicht mehr an die Front kamen. Die Massenfertigung
    war bei Steffen & Heymann in Berlin-Charlottenburg geplant, Motor und Fahrgestell kamen
    von Daimler in Berlin-Marienfelde.

    10 fertige Panzer wurden 1921 nach Schweden verkauft. Wegen des Exportverbots
    für Rüstungsgüter lief der Transport unter größter Geheimhaltung ab. In Schweden
    wurden die LK II unter der Bezeichnung Stridsvagn fm/21 erprobt. Ab 1928 wurden
    einige Fahrzeuge modernisiert und erhielten die Bezeichnung Stridsvagn m/21-29.

    Der im Panzermuseum Munster ausgestellte LK II ( Stridsvagn m/21-29 ) kam 1993
    als Geschenk vom schwedischen Panzerregiment 18 in Visby nach Deutschland zurück.
    Die Kanone fehlt.

    Die Ähnlichkeit mit dem britischen Panzer Mark A ( Whippet ) ist natürlich rein zufällig.


    siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/LK_II
     

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    Zuletzt bearbeitet: Sep. 21, 2018
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  2. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Hallo!
    Das ist interessant! Ich wußte nicht, dass einer zurück kam!
    Heigl schreibt in seinem 2. Band (Taschenbuch der Tanks, München 1935) aber von vier Mann Besatzung:

    Scannen0001.jpg
     
  3. Landstürmer

    Landstürmer Sponsor AbzeichenSponsor

    War schon 2x in Munster und habe dieses Stück nicht so
    richtig als deutsche Panzerkonstruktion wahrgenommen.
    Lag wohl an der gewöhnungsbedürftigen Tarnbemalung.

    Gruß
    Landstürmer
     
  4. joehau

    joehau Moderator / Sponsor AbzeichenMod

    Das Modell war mir auch nicht bekannt. Man hat ihn jetzt aus
    einer Ecke geholt und auf das Drehpodest gestellt, wo sonst der
    Panzer II stand. Dort kommt er besser zur Geltung.

    Ich dachte natürlich erstmal an einen britischen Whippet.

    Die Angabe mit 4 Mann Besatzung bezieht sich wahrscheinlich
    auf die Ausführung mit den zwei Maschinengewehren.

    Ende 1938 haben die Schweden schon einen LKII als Museumsstück
    zurückgegeben, der aber im 2.WK verloren ging.
     
  5. Deichkind

    Deichkind Supermoderator / Ehrenmitglied AbzeichenMod

    War mir bisher völlig unbekannt. Danke für´s Zeigen!
    Deichkind
     
  6. kürassier

    kürassier Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Steht in Munster wieder ein Panzer II? Auf dem Podest stand doch ein Panzer I.
     
  7. Mainschiffer

    Mainschiffer Sponsor AbzeichenSponsor

    Ja, ein Panzer II steht acu in Munster. Habe ihn vor ein paar Wochen gesehen.
    Stefan
     
  8. joehau

    joehau Moderator / Sponsor AbzeichenMod

    Ja hatte mich falsch erinnert.
    Auf dem Podest stand vorher der Panzer I.

    Der war kürzlich bei 'Stahl auf der Heide' draussen.
    Deshalb war das Podest wohl frei für den LK II.
     

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  9. elbavaro

    elbavaro Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Was wenige wissen: auch nach Ungarn wurden 14 Stück geliefert. Diese wurden
    teilweise zerlegt und immer in Eisenbahnzügen rumgefahren, um sie vor der
    Kontrollkommission zu verstecken. Später wurden sie zu Ausbildungszwecken für
    die Kader der ungar. Panzerwaffe verwendet.
     
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  10. elbavaro

    elbavaro Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

  11. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Hallo!
    Das war mir unbekannt. Gibt´s da auch deutsche Leseverweise? Ungarisch ist nicht gerade meine 2. Fremdsprache... ;)
     
  12. elbavaro

    elbavaro Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Nein, leider nicht.

    Aber wenn Du im Landships Forum nach LK und Hungary suchst, dann sollte noch ein klein wenig mehr auffindbar sein.

    Ansonsten kann ich noch den Artikel von Rainer Strasheim empfehlen (anklicken: Germany -> Leichter Kampfwagen): http://www.landships.info/landships/tank_articles.html#

    Dort findet sich gleich am Anfang auch ein Video mit dem LK.
     
  13. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Ah. Super ! Schau ich heute Abend mal nach. Bin da eigentlich angemeldet, aber die Daten passen nicht... Muß mich wohl neu registrieren.
     
  14. joehau

    joehau Moderator / Sponsor AbzeichenMod

    Das hatte ich auch noch nirgends gelesen. Wahrscheinlich wurden
    wegen der Geheimhaltung alle Spuren in den Akten beseitigt.
     
  15. elbavaro

    elbavaro Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Naja, es ist bekannt das nur noch - ich glaube es waren 8 - Kampfwagen fahrbereit waren, weil Kisten mit Teilen im Laufe der Jahre verloren gingen und es teilweise Lagerschäden gab. Aktenkundig sind die LK in Ungarn halt wieder ab Einsatz bei der RUIS (Ungar. Panzerschule) in den 1930ern. Wobei mal allerdings in der Panzertruppe selbst dann eher Ital. Panzerwagen einsetzte: den FIAT 3000 und CV33.
     
  16. Red Baron

    Red Baron Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Ich weiß nicht ob der LK II vom Whippet inspiriert wurde. Die Gemeinsamkeit ist doch nur der vorne liegende Motor. Aber dann hat sich die israelische Armee beim Merkava auch vom Whippet inspirieren lassen.
    Während der LK II einen Drehturm mit Kanone besitzt, hat der Whippet nur einen Kastenaufbau mit MG.

    Gruss

    Andreas
     

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  17. elbavaro

    elbavaro Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Nicht direkt, sondern nur indirekt. Folgendes passierte:

    a) nachdem die Franzosen kläglich mit den Modellen St. Chamond und Schneider gescheitert waren, setzten sie auf viele, kleine und bewegliche Tanks: den Renault FT (fälschlich immer als FT-17 bezeichnet). Dieser wurde auch erfolgreich eingesetzt.
    b) man traf bei den Engländern jetzt auch auf den Whipppet, der deutlich schneller als der Mark I, II, IV oder V war. Übrigens auch Kavallerie- bzw. Schnelltank genannt.
    c) man hatte gewissen Erfahrungen mit dem Bau und Einsatz des A7V gemacht und wollte ein Nachfolgemodell konstruieren. Die Erfahrungen beim Bau des A7V bzw. die Schwierigkeiten dabei und die Rohstoffknappheit brachten die Konstrukteure auf die Idee LKW-Chassis zu verwenden und umzubauen - der LK I. Deswegen auch Motor vorne.
    d) nachdem man feststellte, dass das mit dem LK I nicht ganz funktionierte, nahm man den Entwurf und konstruierte ein neues Chassis - das war dann der LK II
    e) der LK II hatte nur in der MG-Version einen Drehturm - die Kanonenversion hatte einen starren Aufbau mit darin begrenzt schwenkbarer Kanone - ähnlich wie beim A7V

    Der Merkava ist etwas ganz anderes. Nach dem Jom-Kippur-Krieg (den man mit viel Glück und der Zähigkeit der israelischen Soldaten gerade so noch gewonnen hatte) sah sich Israel mit 2 Hauptproblemen konfrontiert:
    a) man hatte nahezu alle Panzer verloren und konnte aber nur schwer welche am Markt kaufen, weil es diverse Embargen gab
    b) die Panzertruppe der IDF war nicht nur hinsichtlich der Panzer, sondern auch hinsichtlich der Panzerbesatzungen ausgeblutet

    Der Schluss daraus:
    a) eigene Panzer konstruieren - da man keine internationalen Einsätze plante, konnte man den auch speziell für das besondere Terrain Israels konzipieren und musste nicht darauf achten, ob er evtl. in den Wüsten Saudi-Arabiens oder in Sibirien ebenfalls funktioniert
    b) man erweiterte das "magische Dreieck" das bis dahin beim Panzerbau galt: Beweglichkeit, Panzerschutz und Feuerkraft zum magischen Viereck, indem man "Überleben der Panzerbesatzung" hinzufügte. Die gut ausgebildeten Panzerbesatzungen sollten nach Abschuss einfach mit einem neuen Panzer weiterkämpfen. Daher nahm man dem Motor als zusätzlichen Schutz für die Besatzung und verlegt ihn nach vorne. Da jetzt hinten sogar Platz für geborgene Soldaten oder gar aufgesessene Infanterie war, war der Merkava der erste Panzer, der auch für den Kampf im urbanen Gelände taugte.
     
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  18. Lars13

    Lars13 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Sehr interessant, Danke
     
  19. elbavaro

    elbavaro Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Immer gerne.
     
  20. Red Baron

    Red Baron Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Auch das ist nicht richtig. Er heißt eigentlich nur Char Renault. Aber die Franzosen selbst nennen ihn inzwischen FT-17, wie man an der Beschriftung im Panzermuseum Saumur sehen kann. Irgendwann setzt sich alles durch, man muss es nur oft genug wiederholen.

    Gruss

    Andreas
     

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