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Wehrdienst (Königin Augusta Garde Grenadier Regiment Nr. 4) und Kriegsteilnahme

Dieses Thema im Forum "Suche & Info's zu Personen" wurde erstellt von Benjamin16, Apr. 30, 2020.

  1. Benjamin16

    Benjamin16 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Guten Morgen zusammen,

    mir wurde dieses Forum empfohlen und ich hoffe hier ein paar Antworten zum militärischen Werdegangs eines meiner Urgroßväter zu erhalten.

    Zunächst einmal die relevanten Basisdaten zu meinem Urgroßvater:
    Name: Anton Wickert
    Geburtsdatum: 06.01.1880 in Dommershausen
    Umzug nach Gießen im Jahr 1905

    Nun habe ich bisher folgende Informationen:

    1) Es existiert ein Portraitfoto in Uniform (siehe Anhang), welches mit "Wehrdienst im Garderegiment Kaiser Wilhelm II. in Berlin 1900/1901" beschriftet ist. Die Beschriftung wurde vermutlich erst in den 1950/60er Jahren hinzugefügt, als Anton schon verstorben war. Die Schulterklappen weisen aber auf das "Königin Augusta Garde Grenadier Regiment Nr. 4" hin (siehe weiteres Bild).

    2) In einer Familientafel aus dem Jahr 1985 steht dann auch, dass er seine Wehrpflicht bei der kaiserlichen Garde "Königin Augusta" in Berlin abgeleistet hat und danach seine Frau kennenlernte (Trauung 1904). Ein Hinweis auf den Kriegsdienst 1914/1918 wird auch gegeben.

    3) Jetzt existiert noch ein weiteres Foto (siehe Anhang) was Anton Wickert (rechts) in einer inszenierten Flugzeugkulisse in Döberitz zeigt. Nach Rücksprache mit Experten für Döberitz ist das Aufnahmedatum ca. 1911/1912 (auf Basis des Fotostudios Max Piepenhagen und der Tafelschrift "Auf nach Tripolis", welche auf den Türkisch-Italienischen Krieg hinweist).

    4) In 2007 geschriebenen Memoiren seines Sohnes (dieser war zu dem Zeitpunkt schon 96 Jahre alt) steht dann aber wieder, dass er seinen Wehrdienst 1910/1911 beim Königin Augusta absolviert hat. Ebenfalls steht dort, dass er im 1. Weltkrieg gedient hatte, aber er wusste nicht wo (nur die Info, dass er (mindestens) zweimal nach Hause gekommen ist als zwei Kinder von Anton an Diphterie gestorben sind).

    Jetzt zur Interpretation:
    Die Info mit dem Wehrdienst 1910/1911 aus Punkt 4) ist wohl falsch, da es eher unwahrscheinlich ist, dass er mit 30 Jahren, als bereits fünffacher Familienvater, in Gießen (Großherzogtum Hessen) lebend, für das GGR4 zum Wehrdienst eingezogen wurde.
    Wahrscheinlicher ist, dass er mit 20 Jahren noch in Dommershausen lebend (Dommershausen im damaligen Kreis St. Goar im Regierungsbezirk Koblenz lag im Korpsbezirk des VIII. Armeekorps) zum Oktober 1900 zum GGR4 eingezogen wurde.
    Die falsche Beschriftung bei Punkt 1) mit Kaiser Wilhelm könnte eventuell auf das in Gießen stationierte IR116 (Kaiser Wilhelm) hinweisen, wobei er aufgrund des Alters (>32 Jahre) dann wohl im ebenfalls in Gießen stationierten LIR116 gewesen sein könnte.

    Nun zu meinen Fragen an euch:
    1) Was könnte Anton Wickert in den Jahren 1911/1912 in Döberitz gemacht haben, wenn sein Wehrdienst höchstwahrscheinlich schon 1900-1902 war und er ab 1905 in Gießen lebte?
    2) Wo könnte Anton Wickert im 1. Weltkrieg gedient haben? Ist das LIR116 aufgrund seines Alters und Wohnortes naheliegend oder wird man wieder zu seiner "Wehrdienst-Einheit" GGR4 zurückgeholt?
    3) Wie könnte ich an weitere Information zum militärischen Lebenslauf von Anton Wickert kommen (Anfrage beim Bundesarchiv läuft, aber aufgrund der leider verbrannten preussischen Unterlagen wohl negativ)?

    Vielen Dank im Voraus!

    LG Benjamin
     

    Anhänge:

  2. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Hallo Benjamin!
    Könnte es sein, daß er zu der Zeit eine Reserveübung mitgemacht hat und die Jungs nur einen Besuch in Döberitz gemacht haben?
    Das Atelier Piepenhagen bestand von 1901-1912 in Berlin, hatte aber auch eine Filiale auf dem Üb.Pl. Döbereitz.
    Das Schild "Tripolis" dürfte vielleicht schon auf der Platte gewesen sein. Vielleicht war der Hintergrund des Bildes für Beobachter gemacht worden, die nach Libyen geschickt wurden?
    Deutsche Militärberater waren m.W. nicht bei dem Krieg zugegen.
    Berichte gibt es in der Reihe "Vierteljahreshefte für Truppenführung und Heereskunde"
    Jahrgang 1912, zweites Heft, S. 335-351
    Jahrgang 1912, viertes Heft, S. 597-611
    Jahrgang 1913, zweites Heft, S. 304-314
    Ich habe aber nicht alles gelesen, war etwas viel...
     
    Zuletzt bearbeitet: Mai 1, 2020
  3. Benjamin16

    Benjamin16 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo Andreas,

    danke für deine Rückmeldung!

    Eine Übung konnte natürlich der Grund gewesen sein warum er 1911/12 noch einmal in Döberitz war! Ich habe von anderer Stelle erfahren, dass Angehörige der Landwehr 1. Aufgebot, Alter von 27 bis 32 Jahre, für zwei 8-14 tägige Übungen herangezogen werden konnten. Das würde vom Alter her passen (1911/12 war er 31/32).

    Ist das dann aber üblich, dass man diese Übung in seiner (alten) Wehrdiensteinheit absolviert (GGR4) oder doch nicht eher in einer Einheit zugehörig zu seinem damaligen (neuen) Wohnort Gießen?

    Da ich die Vierteljahreshefte für Truppenführung und Heereskunde leider nicht vorliegen habe, kann ich mir die Berichte aktuell nicht anschauen. Um was geht es in diesen Berichten? Das wird mir aus deiner Antwort nicht ganz klar.

    Wie sicher ist es denn, dass er durch seinen Wohnort Gießen dann im LIR116 während des WK1 gedient hat? Das IR116 und das RIR116 müssten aufgrund des Alters (34 zu Beginn des WK1) ausscheiden.

    Danke und LG,
    Benjamin
     
  4. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Hallo Benjamin!
    Bei welcher Einheit er zu einer Übung herangezogen wurde, kann man wohl nicht mehr sagen. Döberitz war aber ein großer Übungsplatz, wo viele Einheiten geübt haben. Da er bei der Garde war, kann es gut sein, daß seine Unterlagen immer noch vom Gardekorps verwaltet wurden.
    Er hat ja zwei Jahre bei der Garde gedient (1900-1901). Danach kam er zur Reserve. Reserve dauerte solange, bis mit dem aktiven Dienst 7 Jahre erreicht wurden (In Kavallerie und Marine diente man drei Jahre).
    Er hatte also zwei Jahre aktiven Dienst + 5 Jahre Reserve = Reservesoldat bis 1907. Danach kam er zur Landwehr 1. Aufgebots. Dies dauerte für ihn fünf Jahre (bis 1912), dann folgte die Landwehr 2. Aufgebots. Dort verbleiben sie bis zu dem 31.März des Jahres, in dem sie das 39. Lebensjahr vollenden. Das wäre bei ihm 1919.
    Dann kann er also als Landwehrmann in den Krieg gezogen sein, oder, wenn er gesundheitliche Probleme hatte, konnte er auch zum Landsturm kommen. Wenn er zur Landwehr kam, dürfte ein Regiment seiner Heimatregion wahrscheinlich sein.
    Die Berichte in den Heften behandeln nur die Geschichte des Krieges. Habe ich nur mal angefügt, weil es darüber recht wenig Literatur gibt.
     
  5. Benjamin16

    Benjamin16 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo Andreas,

    danke für die schnelle Rückmeldung und die Informationen!

    Gesundheitliche Probleme hatte er meines Wissens nicht (verstorben 1948), d.h. wenn kein weiterer Grund (z.B. seine 8 Kinder zu Kriegsbeginn 1914) für den Landsturm gibt, liege ich vermutlich mit dem LIR116 aus Gießen nicht ganz falsch.

    Ich habe das Buch "Die Hessen im Weltkrieg" von F.W. Deiß vorliegen und da gibt es die Regimentsgeschichte und Einsatzorte des LIR116. Was ich mich frage ist, ob er da mit seinen 34-38 Jahren auch mit an der Front war oder wurde das LIR116 auch in der Etappe oder Heimat eingesetzt?

    Eine weitere Information, die ich aus den Memoiren seines Sohnes habe ist, dass er bei zwei Kindern, die Januar 1915 und Juni 1916 geboren wurden, dann aber beide Februar 1918 an der Diptherie starben nach Hause kam und die toten Kinder im Kindbett hat liegen sehen. Ich weiß nicht wie lange Tote (insbesondere Kinder) damals aufgebahrt wurden, aber gibt das vielleicht einen Hinweis ob er an der Front oder in der Etappe oder in der Heimat eingesetzt war. Weil bis die Nachricht zu ihm kommt, dass seine Kinder gestorben sind und er auch wieder zurück nach Gießen kommt stelle ich mir etwas länger vom Zeitraum vor.

    Vielen Dank noch einmal!

    LG Benjamin
     
  6. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Halo Benjamin!
    Die Regimentsgeschichte LIR116 kannst Du bei Patrick für 5.- auf pdf bestellen.
    https://military-books.lima-city.de/hp21/116.html
    Das Regiment war an der Front, allerdings verschiedenen Divisionen unterstellt. Da hilft Dir die Geschichte (s.o.).
    Zuhause blieb das Ersatz-Bataillon. Dieses war stationiert:
    Zu Kriegsbeginn in Darmstadt
    Ab Oktober 1914 in Wöllstein
    Ab März 1915 in Pfeddersheim
    Ab September 1915 in Vilbel
    Ab Mai 1916 in Frankfurt
    Es wurde am 11.12.18 in Gießen aufgelöst.
    Falls er beim Landsturm war...
    Gießen gehörte zur 49.Inf.Brig. und hatte die Verwaltungsbezirke Gießen, Alsfeld, Lauterbach und Schotten.
    Ldst.Inf.Btl. Gießen (XVIII.9). Einsatz Westfront
    1.Ldst.Inf.Ers.Btl. Gießen (XVIII.32). Blieb in Gießen (5.Kp. in Friedberg)
    2.Ldst.Inf.Ers.Btl. Gießen (XVIII.33). Blieb in Gießen
    Ldst.Inf.Ausb.Btl. Alsfeld (XVIII.50). Blieb wohl in Alsfeld
     
  7. Benjamin16

    Benjamin16 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo Andreas,

    danke für die Hinweise!

    Wie wurde denn entschieden wer in ein Ersatzbataillon kam und wer nicht? Und was hat man in einem Ersatzbataillon 4 Jahre lang während dem Krieg gemacht?

    Für mich klingt das nämlich gerade so, als wäre er dann wahrscheinlich im Ersatzbataillon des LIR116 gewesen. Indizien wären für mich, dass er zum einen den WK1 ohne Verwundung (kein Auftauchen in den Verlustlisten bzw. kein Hinweis in den Memoiren seines Sohnes) überlebt hat und auch anscheinend recht schnell bei seinen beiden toten Kindern war. Zusätzlich das er schon 8 Kinder hatte und 34 Jahre alt war zu Kriegsbeginn (unabkömmlich). Klingt das plausibel?

    Herzlichen Dank!

    LG Benjamin
     
    Zuletzt bearbeitet: Mai 1, 2020
  8. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Klingt plausibel. Das Ersatzbataillon war ja für die Ausbildung zuständig. Er kann Hilfsausbilder gewesen sein oder eben nur Dienst in der Stammkompagnie geleistet haben.
     
    Benjamin16 gefällt das.
  9. Benjamin16

    Benjamin16 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo Andreas,

    super, danke dir für die Bestätigung. Das hilft mir viel weiter!

    Wie könnte ich an weitere Informationen zum militärischen Werdegang von Anton Wickert kommen? Welche Möglichkeiten habe ich da noch?

    Ich habe z.B. die Tage auch mal beim Landesarchiv RP angefragt, ob eventuell noch die Musterungslisten/Rekrutierungsstammrollen existieren vom Korpsbezirk des VIII. Armeekorps, warte aber noch auf Antwort.

    Und wie gesagt, die Anfrage beim Bundesarchiv läuft seit einem Jahr, aber aufgrund der verbrannten preußischen Militärunterlagen erwarte ich da keine Informationen zu einem vermutlich "einfachen Soldaten".

    Vielen Dank!

    LG Benjamin
     
  10. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Tja, das wirst Du wohl keine Chance mehr haben. Helfen können nur zeitgenössische Briefe oder Postkarten von ihm.
     
  11. Benjamin16

    Benjamin16 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Mmh ja, das hatte ich mir schon gedacht! Aber dennoch danke, insbesondere für die ganze Unterstützung hier im Beitrag!

    Schönes WE noch!

    LG Benjamin
     
  12. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Gerne! Dito!!!
     
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  13. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Nachtrag.
    Es gab mehrere Möglichkeiten, nach dem aktiven Dienst direkt zum Landsturm 1.Aufgebots zu kommen:
    Scannen0001.jpg
    Weiterhin konnten wehrtaugliche Soldaten, welche aber "überzählig" waren, zur Ersatzreserve beordert werden.
    Scannen0002.jpg
    Quelle: Militärdienstgesetzgebung des Deutschen Reiches von 1914.
     
  14. Benjamin16

    Benjamin16 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Guten Morgen Andreas,

    ah ok, eine weitere Möglichkeit für Anton Wickert anstelle der Landwehr 2. Aufgebot könnte also doch der Landsturm 1. Aufgebot (im Speziellen durch §39 Absatz 1 Satz d) in Frage kommen.

    Sprich er wäre dann in der Ersatzreserve. Was ist denn der Unterschied zwischen Ersatzreserve und Ersatzbataillon?

    Danke und LG, Benjamin
     
  15. AnKi1979

    AnKi1979 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Zuletzt bearbeitet: Mai 4, 2020
  16. Benjamin16

    Benjamin16 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo zusammen,

    danke für den Link, wirklich ein komplexeres Thema. Ich habe mich jetzt mal versucht ein bisschen einzulesen:

    In der Militärdienstgesetzgebung (1914) steht unter §13 Absatz 2 sinngemäß "Die Ersatzreservepflicht dauert 12 Jahre ab Vollendung des 20. Lebensjahres".

    --> Damit endet für Anton Wickert (*06.01.1880) die Ersatzreservepflicht im Jahr 1912.

    In der Militärdienstgesetzgebung (1914) steht weiter unter §13 Absatz 5 "Ersatzreservisten, welche geübt haben, treten nach Ablauf der Ersatzreservepflicht zur Landwehr zweiten Aufgebots."

    --> Auf Basis des Fotos in Döberitz 1911/1912, welches auf eine Übung hinweist (eventuell die dritte Übung nach §117 der MDG 1914), könnte man daraus schlussfolgern, dass er sich zu Kriegsbeginn 1914 in der Landwehr 2. Aufgebot befunden hat.

    Andreas hatte folgendes geschrieben:
    Ich vermute mal mit Ersatz-Bataillon ist das Ersatz-Bataillon vom LIR116 gemeint?

    Steht denn irgendwo, dass die Landwehr 2. Aufgebot (genauso wie die Ersatzreservisten wenn ich die Tabelle von AnKi und Mexico81 richtig lese) in das Ersatz-Bataillon kommen?

    Das würde ja dann alles plausibel mit meinen Indizien sein, insbesondere durch die genannten Stationsorte:
    Vielen Dank im Voraus!

    LG Benjamin
     
  17. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Hallo Benjamin!
    Ja, das war Ers.Btl./LIR116
    Man weiß nicht, ob er von der Landwehr 2.Aufgebot in das Ersatzbataillon kam. Er kann auch direkt zum Regiment gekommen sein.
    Im Krieg gab es zwar Regeln, aber man mußte ja nehmen, was zu kriegen war. Das kann man also nicht immer mit Bestimmtheit sagen
     
  18. Benjamin16

    Benjamin16 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo Andreas,

    mmh das mit der Bestimmtheit ist mir klar, aufgrund fehlender Unterlagen muss ich mich dann mit Vermutungen zufriedenstellen ;-)

    Wenn man aber mal davon ausgeht, dass er im Februar 1918 relativ schnell bei seinen an Diphterie gestorbenen Kindern war (lt. Regimentsgeschichte LIR116 war 1918 "auf der übrigen Front bis 18.03. ruhiger Stellungskampf) und auch das zweite verstorbene Kindern (*24.06.1916) gezeugt haben muss (lt. Regimentsgeschichte LIR116 war dieses 1915 in der Herbstschlacht in der Champagne und ab 18.10. ruhiger Stellungskampf...gibt es eigentlich auch "Regeln" für den Heimaturlaub?), ebenso keine Verletzung (war das nicht ungewöhnlich für einen einfachen Soldaten?) davongetragen hat, dann halte ich Ers.Btl./LIR116 wahrscheinlicher als LIR116.

    Nichtsdestotrotz werde ich es mal vermerken, dass LIR116 auch möglich gewesen wäre.

    Danke euch vielmals und LG,
    Benjamin
     
  19. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Ob es Regeln für Heimaturlaub gab, weiß ich nicht. In Härtefällen wie Tod des Kindes war das wohl selbstverständlich.
    Übrigens eine interessante Frage!
    Wieviel Urlaub hatte ein Soldat im Frieden und im Kriege?
    Galt Kriegseinsatz als Auslandsurlaub?:D
     
    Zuletzt bearbeitet: Mai 4, 2020
  20. Benjamin16

    Benjamin16 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo zusammen,

    ich habe gerade noch ein paar weitere Informationen erhalten, die ganz eventuell hier noch weiterhelfen mehr über die Kriegsteilnahme 1914-1918 von Anton Wickert zu erfahren.

    Und zwar hat mir das Dom- und Diözesanarchiv Informationen zu seinem Einkommen in Gießen in den entsprechenden Jahren geschickt:

    "1914: Einkommen als Küster neben freier Wohnung 460 M von der Kirche und 30 M vom Militär und 19, 60 M von Stiftungen. Aus Kasualien ca. 200 M. Einkommen als Organist: 250 M von der Kirche, 50 M vom Militär, Nebeneinnahmen ca. 20 M. Fragen nach der Zufriedenheit mit dem Dienst als Küster und über die Würde des Orgelspiels werden positiv beantwortet. Eine Versicherung gegen Unfälle besteht."

    Wie wurde denn das Gehalt vom Militär damals festgelegt? Hat jeder Soldat Gehalt erhalten? Oder ist das eher ein Anzeichen dafür, dass er beim Ers.Btl./LIR116 und nicht beim LIR116 war?

    Vielen Dank im Voraus für eure Rückmeldungen!

    LG Benjamin
     
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